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Nachhaltigkeit beginnt jetzt

Während drei Tagen lieferten Expertinnen und Experten im HEIMTEXSUISSE FORUM inspirierende Referate und Talks – Trendfarben, neue Materialien und Nachhaltigkeit sorgten für Gesprächsstoff.

Text: Daniel Beyeler
Fotos: David Biedert

Erstmals hatten die Besuchenden und Ausstellenden der HEMTEXSUISSE die Möglichkeit, sich begleitend zum Messebesuch, während spannender Referate und Talks inspirieren zu lassen – die Inhalte wurden dann auch rege am Networking-Apéro diskutiert, der jeweils Sonntag und Montag im Anschluss an den Talk stattfand.

Wohn- und Einrichtungstrends 2020

Von einer «Residency» spricht man, wenn ein Künstler statt auf Tour zu gehen, regelmässige Shows auf derselben Bühne hat. Fast von einer HEIMTEXSUISSE-Residency konnte man in dem Fall von Interior Designerin Branca Good von Good Interiors sprechen: Die gebürtige Tessinerin präsentierte während dreier Tage die Wohn- und Einrichtungstrends 2020. Dabei zeigte sie nicht nur die Trendfarben (Braun, Grün), sondern gleich auch ebensolche Materialien (Terrazzo, Relief und Tapeten) und Formen (rund). Ihre Referate rundete sie ab durch einen wunderbar kuratierten Tisch mit Materialmustern zum Thema.

Nachhaltigkeit dank neuen Materialien und Konzepten

Die Designerinnen Hanna Hüttig und Ramona Teller haben es sich zur Aufgabe gemacht, nachhaltige Textilien zu entwickeln. Damit wollen sie eine Alternative bieten, um die negativen Auswirkungen der Textil- und Modeproduktion auf Mensch und Umwelt einzudämmen. Im Referat erzählten Sie von Ihrem Projekt «FUNGUS TEaXTILE», einer Materialforschung zu Kombucha. An ihrem Stand zeigten sie zudem haptisch und optisch gestaltete Materialsamples, die als Bachelorarbeit an der Hochschule Luzern Design und Kunst entstanden sind.

Einen Schritt weiter ist bereits Manuel Schweizer von OceanSafe. Er hat ein Produkt lanciert, das frei von Schadstoffen und hundert Prozent nachhaltig ist – allerdings auch nur dann, wenn der Handel und die Konsument*innen in den Kreislauf integriert werden und sich daran halten.

Christian Meier von PUSCH schliesslich brachte dem Publikum das Prinzip der Kreislaufwirtschaft näher. Dabei soll ein Produkt nach seiner Nutzung komplett wiederverwertet werden. Meier erzählte zudem von möglichen Geschäftsmodellen. Dabei sollen die Produkte etwa nur noch zum Gebrauch an den Endkonsumenten abgegeben werden, aber nicht mehr zum Besitz.

Konsumverhalten und Überproduktion als Haupthürden

Auch Nina Bachmann, Leiterin Technologie und Umwelt von Swiss Textiles, betonte im Talk mit Lilia Glanzmann, dass Nachhaltigkeit in der Textilindustrie vor allem vom Konsumverhalten und den Überproduktionen abhängt. Zudem gebe es auch hier zwei Seiten der Medaille: Will man zum Beispiel Bio-Baumwolle ohne Pestizide produzieren, ist das zwar gesünder und ethisch besser vertretbar – Bio-Baumwolle aber generiert einen grösseren Land- und Wasserbedarf und hebt so faktisch die Nachhaltigkeit in der Produktion wieder auf.

Sicher ist, dass sich der Detailhandel den Gegebenheiten der Gegenwart anpassen muss. Nachhaltigkeit wird dabei nur eines der Themen sein. Beispiele, wie etwa die digitale Transformation, zeigte Martin Hotz von Fuhrer & Hotz in seinem Talk auf. Wichtig sei es, Markttrends zu verfolgen und aktiv zu werden – und nicht abzuwarten, bis man von der Zukunft eingeholt werde.

 

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